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Nach dem 1. Weltkrieg

Ein herber Rückschlag

Die Bruderschaft im Jahr 1999

Einen herben Rückschlag erlebte die junge Bruderschaft durch den Ersten Weltkrieg. Mitbegründer Anton Quix starb 1914 im Lazarett. Das Vereinsleben kam durch den Krieg zum Erliegen, alle Unterlagen und der Vereinsbesitz gingen verloren. Allein der Königsvogel überstand die Kriegswirren. Von dem kriegsbedingten Rückschlag erholte sich die Bruderschaft nur langsam.

Erst 1921 fanden sich erneut Schalbrucher Schützen zusammen, die den ruhenden Vereinsaktivitäten neues Leben einhauchten. Am Himmfelfahrtstag des selben Jahres zeigte sich die St. Peter & Paul Bruderschaft erstmals wieder in der Öffentlichkeit. Und sie konnte gleich einen Schützenkönig präsentieren: Theo Koken errang diese Würde; allerdings nicht durch seine Treffsicherheit. Vielmehr ermöglichte ihm der Griff in die Geldbörse das Tragen des Königssilbers. Auf dem Cereshof feierten die Schützen das Patronatsfest, im Mittelpunkt des Jahres 1938 stand König Heinrich Amendt mit seiner Schwester Gertrud.



Patronatstag mit Freibier 1938 auf dem Cereshof

Bestandteil des Dorflebens

Rasch entwickelte sich die Schützenbruderschaft zu einem wesentlichen Bestandteil des Schalbrucher Dorflebens. Die Schützen richteten die Kirmes aus und gaben dem Fronleichnamszug einen würdigen Rahmen.
1922 fand erstmals ein Vogelschuß statt. Cornelius Spätgens holte den Vogel von der Stange und errang mit seinem Volltreffer die Königswürde. Als Schützenkönigin wählte er Elisabeth Dreißen.

Bereits in den 20er Jahren war es üblich, daß die Bruderschaft den Schützenkönig finanziell unterstütze. 50 Reichsmark spendete sie aus der Vereinskasse. Das Geld war allerdings mit einer "flüssigen" Auflage versehen: Der König mußte im Gegenzug ein Faß Bier spendieren.

Wie beliebt die Bruderschaft im Dorf war, konnte man an den steigenden Mitgliederzahlen erkennen. Bereits 1922 gehörten ihr 93 aktive Mitglieder an. Die Inflation Anfang der 20er Jahre zeigte ihre Auswirkungen auch in Schalbruch. Wegen der fortschreitenden Geldentwertung wurde der Bierausschank bei Veranstaltungen zum Risiko. Einige Schützenbrüder übernahmen schließlich den Ausschank. Wertvoll waren damals nur noch Gulden und Cent. Wer einen Gulden besaß, erhielt dafür 100 Glas Bier.

1923 nahmen die Schalbrucher Schützen erstmals an einem Schützenfest teil. Die Fahrt nach Sittard lohnte sich für die Bruderschaft, die mit 90 Schützen antrat: Sie erhielt vom Gastgeber ein Antrittsgeld in Höhe von 80 Gulden und errang zudem für ihr Auftreten bei der Parade und für das Erscheinungsbild des Königspaares den ersten Platz. Im darauffolgenden Jahr richtete Schalbruch erstmals ein Schützenfest auf Kreisebene aus. 23 Bruderschaften und eine große Zuschauerzahl waren in Schalbruch zu Gast. General war Anton Neutgens, ein angesehener Reiter, der dem Berliner Wachbataillon angehörte.
1931 lud die St. Peter & Paul Bruderschaft zum zweiten Schützenfest ein, diesmal auf Dekanatsebene. In den 30er Jahren standen bei den Schalbrucher Schützen Freundschaftstreffen mit den Nachbarorten auf dem Programm. Ein weiteres Schützenfest auf Dekanatsebene sollte es zunächst in Schalbruch nicht mehr geben, denn die Entwicklung der Bruderschaft wurde durch die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg jäh unterbrochen.

Von 1940 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ruhten alle Vereinsaktivitäten. Erst 1950, nachdem die meisten Schalbrucher Schützen aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt waren, setzten sie sich auf Initiative von Wilhelm Quix und Josef Koken wieder zusammen und beschlossen die Neugründung.

Neuanfang

Den Neuanfang ließen sich die Schützen etwas kosten: Jedes Mitglied zahlte 20 Gulden in die Vereinskasse. Von diesem Geld schaffte die Bruderschaft neue Uniformen, Schärpen und Mützen an. Die Mützen kosteten 12,50 Gulden, die Schärpen wurden im Ort für fünf Gulden hergestellt. Fahne und Königssilber waren glücklicherweise erhalten geblieben. Wilhelm Quix und Familie Amendt hatten sie über den Krieg retten können.

Erster Präsident nach der Neugründung wurde Josef Pennartz. Erstmals im Mai 1952 luden die Schalbrucher Schützen die Selfkantbruderschaften wieder zu einem Schützenfest ein. Begleitet wurden die Schützen von den Schalbrucher Spielleuten und vom Musikverein Saeffelen. Nach dem Fest setzten sich mehrere Bruderschaftsmitglieder mit Pater Paulus Brouwers und Küster Meuffels zusammen und trieben die Gründung einesMusikvereins in Schalbruch voran. So beschaffte der Pater als Dank für ein schönes Schützenfest die ersten Instrumente für den im September 1952 gegründeten Verein.